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Das Thema dieser Ausgabe war schon lange geplant, als uns während der Produktionszeit die Corona-Krise überraschte. Freilich liegt uns nichts ferner, als in der Pandemie eine Strafe Gottes für unsere Sünden zu sehen! Schlimm genug, dass es solche Theorien immer noch gibt. Die Ausnahmeerfahrungen dieser Zeit verdeutlichen einen Aspekt des Begriffs «Sünde», der in der heutigen Theologie immer wieder bemüht wird: Wir leben als Menschen immer schon in Zusammenhängen, die nur schuldhaftes Handeln zulassen. Bei vielen Entscheidungen in den vergangenen Wochen gab es nicht die «sündenfreie» Handlungsoption, aus der nur gewünschte Konsequenzen folgten.
Wie in jeder Ausgabe unseres Themenheftes anders handeln wollen wir auch in dieser keine fertigen Lösungen präsentieren, sondern verschiedene Aspekte zeigen. Brauchen wir den Begriff Sünde überhaupt noch? Der Theologieprofessor sagt: Ohne Sünde gibt es kein Christentum! Der Jurist präzisiert: Sünde ist all das, was Menschen verfeindet. Der Philosoph hält dagegen: Die Sünde hat uns heute nichts mehr zu sagen.

Dass es ganz so einfach wohl nicht ist, zeigen unsere Einzelfall-Reportagen. Da grämt sich zum Beispiel ein (nicht-gläubiger) Mann, dass er vor Jahrzehnten einer schwangeren Ex-Freundin zur Abtreibung riet. Einer Katholikin, die zuletzt als Heranwachsende zur Beichte ging, erscheint das Sakrament nach einem Gespräch mit einem Jesuitenpater in einem neuen Licht. Ausserdem berichten wir über Klima- und Alltagssünden, über aussereheliche Affären und schwere Verbrechen. Und wir gehen der Sünde im Computerspiel, in der Erziehung und im Krimi nach.

Themenheft «anders handeln» Heft 2/2020 Sünde

CHF 7.50